Zugegeben: In 2017 konnte sich kein Immobilienmakler über zu wenig Arbeit beklagen. Wer sein Geschäft verstanden hat, hat in diesem Jahr lieber Überstunden ohne Grenzen gemacht, als auf der faulen Haut rumzuliegen. 

Denn das Geschäft war alles andere als einfach.

In einer Zeit steigender Preise, exorbitant und rasant steigender Preise gar auf Märkten wie München, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Dreieich, Langen, Neu-Isenburg und noch ein paar Metropolen mehr war es nicht leicht, noch Objekte zu finden, die der alles überragenden Nachfrage nach Kaufmöglichkeiten eine angemessene Antwort bieten konnten.

Und in Frankfurt und Umland wandert ein Nachtgespenst bei hellichtem Tag herum und murmelt mit seiner Laterne: "Der Brexit kommt, der Brexit kommt"....

...und mit ihm die Heerscharen von Bänkern und anderen Angestellter internationaler Finanzinstitute, die nun wie Flüchtlinge in Deutschland um Asyl suchen werden.

Nur daß sie keine Kriegsflüchtlinge sind, sondern die Manager jener Systeme, von denen wir alle so zehren: Die Finanzwelt.

Aber kommen sie wirklich? Und wenn ja, was werden die Auswirkungen auf dem Immobilienmarkt sein, speziell in und um Frankfurt?

Die einen sagen: Die Preise steigen weiter (auch ohne Brexit).

Andere unken jetzt schon, daß Preise in den obersten Etagen bereits stagnieren. 

Der Neubau boomt. Wohntürme schießen wie der Spargel im Frühling aus dem Frankfurter Immobilienacker.

Doch blicken wir mal auf einige andere Faktoren, die die Preise auf dem Immobilienmarkt beeinflussen.

Zweifellos ist da die Niedrigzinsphase, für Geldanleger das sechste Jahr der Dürre, das siebente steht bevor.

Wie war das in der Bibel?

Dann wäre 2019 das Jahr der Zinswende.

Das wird Auswirkungen auf den Käufermarkt bei Immobilien haben. Zum Jahresende 2018 werden viele nochmal "in die Immobilie" drängen, um von den Niedrigzinskrediten zu profitieren. 

Anfang 2019 wird demnach die Trendwende kommen, nach sieben extrem dürren Jahren der Zinspolitik der EZB.

Ein weiterer Faktor ist am Werk, und das schon seit etwa fünf Jahren:

Asien kauft.

Zahlreiche Investoren aus Fernost - China, Indien, Vietnam,HongKong, aus arabischen und anderen Ländern - haben hier ihr Vermögen in einen sicheren Hafen gebracht.

Und der Strom scheint kein Ende zu nehmen. Neubauten im Europaviertel und auf dem Riedberg sind schon fast fest in asiatischer Hand. 

In erster Linie richtet sich dieser Käuferstrom auf den Neubau. 

Und der Neubau nimmt und nimmt scheinbar kein Ende.#

Im Umland Frankfurts gehen Reihenhäuser und Doppelhäuser weg wie die Sonntagsbrötchen beim Kronberger in der Vogelsbergstraße. Vom Plan zum Notar.

Gebrauchte Immobilien in Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Bad Vilbel und vielen anderen Umland Anreinern haben in den letzten 2-3 Jahren um 20% und mehr zugelegt.

Preise für Bauland sind explodiert.

Und alte Hasen schütteln ungläubig den Kopf und meinen: Das kann so gar nicht weitergehen.

Mehrfamilienhäuser in Frankfurt sind so gut wie gar nicht mehr zu haben. Und wenn dann zum 30-40fachen der Nettojahresmieten.

Viele Investoren sagen dann: Nicht mit mir.

Und damit sind wir bei einem weiteren Faktor: Den Mieten.

Zwar blieb nach allgemeiner Übereinstimmung die in einigen Städten zwangsweise verordnete Mietpreisbremse praktisch ohne Wirkung. 

Aber die Mieten haben mit den Preisanstiegen beim Kauf nicht mitgehalten.

Weitere Einschränkungen im Mietrecht und bei der Miethöhe sind zu erwarten, egal wer sich in Berlin schlußendlich für die Übernahme des Zepters entscheidet.

Wir haben also alles in allem einen Trend, der eher nach einem verlangsamten Preisanstieg in 2018 aussieht.

  • Überschuß an Neubauwohnungen in Ballungszentren,die auf den Markt kommen
  • Mangel an Verkaufsbereitschaft bei Besitzern von Mehrfamilienhäusern
  • Verschärfte Mietpreisbindungspolitik
  • Am Horizont winkende Wende in der Zinspolitik
  • Allmähliche Beruhigung bei den potentiellen Käufern, die auch auf bessere Gelegenheiten warten können

Und unser Fazit daraus:

Wir Makler werden sicher nicht arbeitslos werden! Auf ein gutes und für alle sinnvolles 2018.

Vor allem aber, auf den Erhalt des Weltfriedens.

Happy New Year!

Ihr AllGrund Team

PS: Für den Inhalt dieses Textes übernehmen wir im Hinblick auf die Zukunft keine Verantwortung.

 

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