Es war einmal im Wilden Westen, ein idyllisch klingender Titel des Filmgenies Sergio Leone, mit absoluter Starbesetzung und der eingängigen und unvergesslichen Musik von Ennio Morricone....im Deutschen nahm schon der Titel dem Film die unbeschloltene Idylle, das Flair von Märchenzauber weg. 

Typisch Deutsch, oder?

Nehmen wir Deutsche immer alles so ernst?

Ich denke es ist schon ein Charakterzug, der uns Deutschen in die Wiege (oder Gene) gelegt ist. 

Das Flair, das leicht mystische, kribbelnde Gefühl, das uns bei Immobilien oft umwirkt und umwirbt, das Sehnsüchte und Wünsche in uns laut werden läßt, uns Dinge leicht verklärt wahrnehmen läßt, wird überrollt von der nackten Realität bis zum Spiel mir das Lied vom Tod.

Worauf will ich hinaus?

Es war einmal ein Hochzeitspaar, die Fotos und Videomomentaufnahmen erzählen das Märchen von einer teuren Traumhochzeit und der großen Liebe.,,,

....und wenige Jahre später wird die unsägliche Mundharmonika uns das Lied vom Tod vorspielen. 

Und dann kommt der Gutachter ins Spiel. Die teuer erworbene, vielleicht neu gebaute Wohnung oder das Haus, teuer saniert und modernisiert, muss bewertet werden. 

Solange man miteinander spricht und sich auch an einen Tisch setzt, läßt sich meist mit einem gemeinsamen Gutachtenauftrag eine verträgliche Lösung für beide finden.

Ist dieser Zug jedoch mit lautem Pfeifen abgefahren, sind zwei Anwälte im Spiel, vielleicht auch zwei Gutachter, die Kostenlawine rollt; kommt das Ding erst einmal unter den Hammer, bleibt selten genug das übrig, was man sich für einen Neustart erwünscht hätte - eher noch im Gegenteil, wenn Altschulden noch bedient werden müssen, lange nachdem die Immobilie schon neue Bewohner gefunden hat.

Als Sachverständiger appeliere ich regelmäßig an sich Trennende: Solange ihr noch reden könnt, setzt Euch mit mir an einen Tisch, laßt uns den Bewertungsauftrag gemeinsam durchführen und einigt Euch, so daß ein vernünftiger Weg zur Vermarktung ohne Streuverluste hier und emotionalen Overkill dort gefunden werden kann.

Der Sachverständige als Mediator also? Warum also nicht. Sich einigen ist immer besser als sich zu streiten.

(Gilt übrigens auch für Erbengemeinschaften...)

Auf dass aus dem "Once Upon an Time in the West" kein "Spiel mir das Lied vom Tod" wird.

 

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